Après le 13 novembre 2015.

Le 13 novembre 2015 a changé de nombreuses choses. Il a changé la manière dont les citoyens français, allemands et européens aperçoivent le danger djihadiste face aux libertés occidentales. Et il a changé les relations franco-allemandes.

Es wäre falsch, den schrecklichen Attentaten, welche sich am 13. November an verschiedenen Pariser Orten abspielten, zu viel Macht zu geben. Angst schüren, in die Identität der Europäer eingreifen – das ist letztlich genau das, was die islamistischen Attentäter mit ihrem Angriff auf die westlichen Werte erreichen wollten.

In gewisser Weise hatten sie dahingehend leider Erfolg, sieht man sich die Ergebnisse der ersten Runde der Regionalwahlen am 6. Dezember in Frankreich an. Der Sieg des rechtspopulistischen Front National unter Marine Le Pen war ein Sieg der Angst. Glücklicherweise wurde er im zweiten Wahlgang mithilfe von Rückzügen der Listen des Parti Socialiste am 13. Dezember revidiert.

Es ist wichtig, sich auf die positiven Ereignisse nach den Attentaten zu besinnen statt die negativen zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Zunächst wäre da die weltweite, aber vor allem europäische Solidarität mit Frankreich in der Folge. Natürlich sprachen alle Politiker mit Rang und Namen die üblichen Beileidsfloskeln. Aber gerade in Deutschland war auch die große Anteilnahme der Zivilgesellschaft mit den französischen Nachbarn in der Woche nach den Attentaten allgegenwärtig. In großen wie in kleineren Städten brannten Kerzen an öffentlichen Plätzen, die Menschen hielten inne und überall war das Symbol aus Eiffelturm und Peacezeichen zu sehen. Viele hatten unmittelbar nach den Anschlägen französische oder deutsche Bekannte, Freunde oder Familienmitglieder in Paris angerufen, um sicherzugehen, dass ihnen nichts passiert ist. Nicht zuletzt aufgrund des Freundschaftsspiels Frankreich-Deutschland befanden sich besonders viele Deutsche in der Stadt. Paris ist schließlich vor der Haustür, mit der schnellsten ICE-Verbindung nicht einmal zwei Stunden von der deutschen Grenze entfernt. Europa ist vernetzt; noch mehr als es die ganze Welt im Zeitalter der Globalisierung ohnehin schon ist. Natürlich sind auch Attentate in anderen Teilen der Welt schlimm und verdienen Gehör. Allerdings ist der Angriff auf ein unmittelbares Nachbarland, in dem eigentlich Frieden herrscht, in der menschlichen Wahrnehmung umso schrecklicher.

 

Solidarité à Sarrebruck après les attentats de Paris

In Zeiten wie diesen erweisen sich die deutsch-französischen Beziehungen auf politischer Ebene immer wieder als fester Anker im europäischen Gefüge. Frank-Walter Steinmeier saß neben François Hollande auf der Tribüne im Stade de France als draußen Explosionen zu hören waren. Auch danach setzte sich Den Rest des Beitrags lesen »

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Le plénipotentiaire franco-allemand – une fonction sous-estimée ?

Kaum jemandem ist der „Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit“ der Bundesrepublik Deutschland ein Begriff. Liegt es an der Länge des Namens? Daran, dass das Amt so häufig wechselt und sich daher keine Person hinter dem Namen etablieren kann? Die Antwort auf diese Frage ist wohl so vielschichtig wie das Amt selbst.

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Source : Frankreichjahr des Saarlandes

1963 im Zuge des Élysée-Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit ins Leben gerufen, vertritt der Bevollmächtigte über die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit (so die gängige Abkürzung) die 16 Bundesländer und den Bund in Fragen der Kultur- und Bildungspolitik gegenüber Frankreich. Der Bevollmächtigte ist notwendig, um die verschiedenen Standpunkte des föderalen deutschen Staates in diesen Fragen gegenüber dem unitarischen französischen Staat zu bündeln und somit die deutsch-französische Zusammenarbeit zu erleichtern. Kaum jemand weiß, dass der oder die Bevollmächtigte protokollarisch direkt dem deutschen Außenminister unterstellt ist und einem Bundesminister gleichsteht. Geschweige denn, dass das Amt zurzeit von dem Hamburger Ministerpräsidenten Olaf Scholz (SPD) ausgeübt wird.

Vielleicht hängt diese Abwesenheit im öffentlichen Diskurs allein schon mit dem komplizierten, im Élysée-Vertrag festgelegten, Namen zusammen. So kennt der „Ottonormalbürger“ in Frankreich nicht einmal das Wort „plénipotentiaire“ – Französisch für „Bevollmächtigter“. Außerdem wechselt das Amt alle vier Jahre von einem Ministerpräsidenten eines SPD-geführten zu dem eines CDU-geführten Bundeslandes, sodass keine Personifizierung und höhere Identifikation mit dem Amt stattfinden kann. Besonders häufig werden logischerweise die Bundesländer mit dem größten Frankreichbezug, Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, herangezogen. Vor Olaf Scholz prägte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) das Amt durch viele gute Vorstöße und intensiven Kontakt zur französischen Regierung.

Binationale Politik zwischen Deutschland und Frankreich findet also nicht nur in Berlin und Paris statt, sondern immer auch in Saarbrücken, Hamburg oder einer anderen deutschen Landeshauptstadt, in der das Büro II des Bevollmächtigten gerade seinen Sitz hat. Das Büro I ist fest beim Auswärtigen Amt am Werderscher Markt in Berlin verankert. So hat der Bevollmächtigte wichtige Ergebnisse, wie das deutsch-französische Abitur „Abi-Bac“ an deutschen und französischen Gymnasien oder das deutsch-französische Geschichtsbuch hervorgebracht. Letzteres wird von verschiedenen Ländern in Asien, beispielsweise von Japan, zum Vorbild für die eigene geschichtliche Aufarbeitung und Versöhnung genutzt. Das Amt des Bevollmächtigten hat letztlich also weitreichende Auswirkungen und ist prägend für die binationale Politik. Um seinen Bekanntheitsgrad über die deutsch-französische Community hinaus zu erweitern, wäre sicherlich eine eigene Homepage, eine eigene Facebookpräsenz sowie mehr Werbung vonseiten des Auswärtigen Amtes sehr hilfreich.

Par Helena Keller

Plus d’informations sur le plénipotentiaire : http://www.france-allemagne.fr/Der-Bevollmachtigte-fur-die-deutsch-franzosischen-kulturellen-Beziehungen.html


La diplomatie franco-allemande face à l’Ukraine

Même si elle n’est plus aussi présente dans les médias, la crise en Ukraine continue à faire des victimes et à occuper les diplomates européens – surtout français et allemands. 

Die Europäische Union ist Garant für Frieden und Stabilität, aber am Rande Europas – außerhalb der EU – finden seit Ende 2013 bewaffnete Auseinandersetzungen statt. Ausgangspunkt für die „Ukraine-Krise“ war die Verweigerung des ehemaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch, das geplante Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen. Daraufhin kam es zu Protesten pro-europäischer Bürger in Kiew sowie zu vorgezogenen Neuwahlen mit einem pro-europäischen Ergebnis. Die russische Föderation, welche sich durch eine mögliche Annäherung der Ukraine an die EU bedroht fühlt, schloss daraufhin die ukrainische, aber russischsprachige Insel Krim nach einem Referendum an ihr Territorium an. In der Ostukraine kommt es seither zu gewaltsamen Abspaltungsversuchen prorussischer Separatisten – vermeintlich durch Russland unterstützt. Die EU kritisiert die „völkerrechtswidrige Annexion“ der Krim ebenso wie das Verhalten Russlands in der Ostukraine und verhängt Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Bislang konnte der Konflikt nicht gelöst werden.

zeit.de

Quelle: zeit.de

Doch manchmal entsteht aus Schlechtem auch Gutes. So hat das außenpolitische Krisenmanagement in dieser Krise dazu geführt, dass Deutschland und Frankreich enger kooperieren denn je. Beide Staaten führen die diplomatischen Bemühungen der EU im Ukraine-Konflikt, um eine friedliche Lösung zu finden. Im Februar konnte so in Minsk sogar eine Waffenruhe erzielt werden, die jedoch nicht immer eingehalten wird. Dadurch, dass sich Frankreich und Deutschland in diesem Konflikt engagieren, aber auch durch die Tatsache, dass der Konflikt schlichtweg am Rande unseres Kontinents stattfindet, sind auch die Menschen in der Großregion näher am Geschehen als dies vielleicht bei anderen aktuellen Krisen in der Welt der Fall ist. Den Konflikt in der Ukraine empfinden viele als Bedrohung und kritisieren dabei die Rolle Russlands. Lisa, 22, aus St. Wendel gibt allerdings zu bedenken, „dass die Berichterstattung, sowohl in Russland als auch bei uns, immer auch subjektiv geprägt ist“ und Russland tatsächlich in der Vergangenheit von EU und Nato oft übergangen wurde. Das denkt auch die 18-jährige Irina, die ursprünglich aus Russland kommt, aber schon seit zehn Jahren im Saarland lebt. Daher hat sie einen direkten Bezug zum Konflikt: „Meine ganze Familie in Russland sowie viele meiner Bekannten in der Ukraine leiden unter dem Konflikt.“ Ihr komme Russland jedoch weder gefährlich vor noch sehe sie Putin als „Diktator, wie ihn hierzulande viele nennen. Im Gegenteil, Putin macht sehr viel für Russland, und seine Politik ist meiner Meinung nach sehr offen und ‚durchsichtig‘. Deswegen wird er natürlich vom russischen Volk sehr geschätzt.“ Irinas Meinung nach hat Russland keine Mitschuld an der Krise.

Ob auch die EU Fehler gemacht hat, was beispielsweise das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine in Bezug auf Russland angeht, muss jeder für sich beurteilen. Das Gleiche gilt für die abschließende Beurteilung des russischen Verhaltens. Dass Russland gegen Völkerrecht verstoßen hat, ist jedoch kaum zu bestreiten. Viel wichtiger, als in den Ursachen des Konflikts herumzustochern ist es jedoch, auf eine friedliche Lösung zu schauen und zu verhindern, dass noch mehr unschuldige Menschen sterben müssen. Wie es bei Russland und der Ukraine momentan der Fall ist, so waren auch Deutschland und Frankreich oft in ihrer Geschichte in Nachbarschaftskriege verstrickt. Die einmalige Freundschaft, die im Zuge der europäischen Integration daraus entstanden ist, kann als Positivbeispiel gelten — vielleicht auch für den aktuellen Konflikt.

Par Helena Keller

Mon dernier article paru sur http://www.saarbruecker-zeitung.de/storage/med/szsb/extra/609688_extrajuni.pdf


Nouvelle carte des régions

En 2016, la région Lorraine n’existera plus en tant que telle. Elle fera partie d’une grande région avec l’Alsace et la Champagne-Ardenne. Strasbourg deviendra la capitale de cette nouvelle unité territoriale.

Lothringen als Region ist abgeschafft. Was sich zunächst anhört wie ein schlechter Scherz, wird 2016 Realität. Denn dann wird die Zahl der französischen Regionen von 22 auf 13 sinken. Für Lothringen bedeutet das die Zusammenlegung mit dem Elsass und der Champagne-Ardenne. Hauptstadt der neuen Einheit wird Straßburg.

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Source: lepoint.fr

François Hollandes Vorhaben, die bislang 22 französischen Regionen auf 13 zu reduzieren, wurde am  15. Januar diesen Jahres vom Conseil constitutionnel, dem französische Verfassungsgericht, genehmigt. Französische Nationalversammlung und Senat stimmten mittlerweile ebenfalls zu. Die meisten Regionen werden also 2016, wie im Fall Lothringen, mit ihren Nachbarregionen fusionieren. Nur Bretagne, Ile-de-France, Centre, Pays de la Loire, Provence-Alpes-Côte d’Azur und Korsika bleiben in ihrer aktuellen Form bestehen. Die neuen Regionen erhalten erweiterte Befugnisse und auch die Metropolen sollen gestärkt aus der Reform hervorgehen. Hauptziel der französischen Regierung ist es, mehrere Milliarden Euro durch die Territorialreform einzusparen. Denn Frankreich ist bekannt für seinen immensen und kostspieligen Verwaltungsapparat – einer der Gründe, warum das Land wirtschaftlich momentan noch viele Defizite hat.

Doch trotz der wirtschaftlichen Vorteile hat die Reform nicht nur Befürworter. Vielerorts wurde die Art der Umsetzung kritisiert. Proteste kamen vor allem aus Regionen mit starker kultureller Identität, wie dem Elsass. Das Elsass war strikt gegen jede Zusammenlegung, pochte es doch seit jeher auf seine Eigenständigkeit. Als Art Entgegenkommen sicherte Paris dem Elsass nun Straßburg als Hauptstadt der Region Champagne-Ardenne-Alsace-Lorraine zu. Doch wie sieht es eigentlich mit der Meinung in unserer Nachbarregion Lothringen aus? Hier hörte man kaum Proteste, obwohl Lothringen nicht nur seine Eigenständigkeit, sondern sogar den Hauptstadt-Status von Metz verliert. Der 26-jährige Yannick aus Forbach sieht den Grund dafür in der Tatsache, dass die lothringische Identität nicht so ausgeprägt ist wie beispielsweise die elsässische: „Ich habe nicht wirklich den Eindruck, dass es eine lothringische Identität gibt, daher finde ich die Reform nicht so wichtig und glaube ich nicht, dass sie viel verändern wird“. Vielen Lothringern ist es zudem wichtiger, dass für Frankreich und Lothringen Sparmöglichkeiten und damit wirtschaftliche Vorteile aus der Reform entstehen. So meint die 20-jährige Marjolaine aus Longwy: „Wenn das Ziel wirklich ist, Gelder zu sparen, sehe ich keine Nachteile“. Den Rest des Beitrags lesen »


Après Charlie Hebdo: La sécurité monte

En France, les mesures de sécurité ont été renforcées pour les organes de presse. En Allemagne, l’attentat contre Charlie Hebdo a ravivé le débat sur la conservation des données.

Eingangstor des Républicain Lorrain in Metz. Hier, wo wir Redakteure uns jahrelang nur namentlich zu den Redaktionssitzungen anmeldeten, müssen wir nun unsere Personalausweise gegen einen Besucher-Badge abgeben. Auch, wenn der Pförtner uns kennt. Sicherheitsstufe zwei. Frankreich nach Charlie Hebdo.

Die Anschläge auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo in Paris am 7. Januar haben in Frankreich einiges verändert. Natürlich ist die Angst vor neuen Anschlägen groß. Und wer die Werte der Presse- und Meinungsfreiheit aufrechterhalten möchte, muss diese auch schützen. So wurde der Plan Vigipirate, die französische Sicherheitsmaßnahme zum Schutz gegen Terrorismus, für die Regionen Ile-de-France und Picardie von der ersten Stufe vigilance renforcée (erhöhte Wachsamkeit) auf die zweite alerte attentat (Terrorgefahr) erhöht. Doch auch in den übrigen Regionen gibt es erhöhte Sicherheitsmaßnahmen an öffentlichen Plätzen und Presseorganen, wie beim Républicain Lorrain in Lothringen. 

Das Luxemburger Tageblatt hat infolge der Anschläge alte Sicherheitsmaßnahmen, die über die Jahre in Vergessenheit geraten waren, wiedereingeführt. So muss jeder Besucher am Eingang seinen Namen aufschreiben, um einen Besucherausweis zu erhalten, und die Türen zu den Redaktionsräumen sind nur mit elektronischen Badges zu öffnen. Obwohl es beispielsweise bei der Saarbrücker Zeitung diesseits der Grenze keine vergleichbaren Neuerungen seit Charlie Hebdo gibt, bleiben die Pariser Attentate auch in Deutschland nicht ohne Folgen. In Berlin wurde nach dem Terroranschlag über eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen, beispielsweise durch die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung – die es in Frankreich allerdings schon vor den Attentaten gab – diskutiert. EU-weit sollen die Anti-Terrormaßnahmen nun ebenfalls verstärkt werden, beispielsweise durch einen besseren Austausch der Informationen über die Reisebewegungen von Dschihadisten.

Der Ansatz, Sicherheitspolitik auch europäisch zu denken und zu diskutieren ist mit Sicherheit der beste. Denn die Anschläge von Paris waren nicht nur ein Angriff auf Frankreich, sondern ein Angriff auf die europäischen Grundwerte der Meinungs- und Pressefreiheit. Jetzt gilt es, innerhalb der EU das richtige Verhältnis von Freiheit und Sicherheit zu finden. Denn eines darf man nicht vergessen: diese beiden Größen stehen immer in einem Spannungsverhältnis zueinander.

 Par Helena Keller

Cet article est également paru dans „Extra“: http://www.saarbruecker-zeitung.de/storage/med/szsb/extra/609524_extra.pdf

Par


Auf den Spuren der deutsch-französischen Freundschaft

Une jeune Sarroise rend visite à la famille française dans laquelle son grand-père travaillait comme prisonnier de guerre

Mon grand-père Kurt Keller, originaire de Winnweiler dans le Palatinat, fut à 21 ans fait prisonnier de guerre dans le sud de la France, Après la guerre et le camp d’internement pour prisonnier de guerre, il a travaillé de 1945 à 1948 dans la scierie d’une famille française près de Toulouse. Aujourd’hui, j’ai 21 ans et je viens de passer un an en France. Contrairement à mon grand-père, de manière volontaire, pour mes études. Je suis passionnée par les relations franco-allemandes. Mon grand-père y est aussi pour quelque chose puisque je sais que les premières amitiés entre Français et Allemands se sont liés dès la fin de la guerre. La famille Lavialle et lui en sont un bon exemple. Même très âgés, ils étaient toujours en contact. A la mort de mon grand-père en 2009, c’est moi qui ai repris la correspondance avec la fille de la famille, Jeanine Lavialle qui avait dix ans à la fin de la guerre. 70 ans après mon grand-père, me voilà en chemin pour ce village suite à l’invitation de Jeanine.

Hier war mein Großvater also vor so langer Zeit, kurz nach dem Krieg. Ob das Haus damals wohl genauso ausgesehen hat? Ergriffen stehe ich vor dem ehemaligen Rathaus von Ayen. Jeanines Sohn erzählt mir, dass die deutschen Kriegsgefangenen 1945 in der „Œsalle des fêtes“ des Rathauses aufgestellt und dann von Bauern und Arbeitern, die aus den umliegenden Dörfern kamen, als Arbeiter ausgesucht wurden. Von Erzählungen meines Großvaters weiß ich, dass er nach dem Gefangenenlager, wo katastrophale Zustände herrschten, sehr abgemagert war. „Mais mon grand-père l’a pris tout de suite quand il l’a vu dans la salle des fêtes“, sagt Jeanines Sohn. Wie gerne würde ich mit meinem Großvater noch einmal über all dies sprechen…

Start am Homburger Bahnhof. Acht Stunden Fahrtzeit liegen vor mir. Dank der TGV-Verbindung Saarbrücken-Paris bin ich immerhin schnell in der französischen Hauptstadt, dem Knotenpunkt des französischen Bahnnetzes. Zum Glück kenne ich mich in Paris sehr gut aus und springe am Gare d’Austerlitz nach der stressigen Metrofahrt in letzter Minute in meinen Anschlusszug nach Toulouse, wo ich ein letztes Mal umsteigen muss. Am Bahnhof von Brive-La- Gaillarde soll Jeanines Sohn Christian, der Ende 50 sein müsste, auf mich warten. So ist es ausgemacht. Ich weiß allerdings nicht, ob ich ihn überhaupt erkennen werde. Doch als ich aus dem Zug steige, kommt direkt ein grauhaariger, braungebrannter Mann in Shorts und T-Shirt suchend auf mich zu und fragt zögerlich: „Éléna ?“ Schon sitzen wir im Auto und plaudern auf Französisch über Gott und die Welt. Christians starker südfranzösischer Akzent fällt mir sofort auf und bringt mich zum Schmunzeln, während wir in das 35 Kilometer entfernte Dorf Ayen-Le-Soulet fahren. Ein derart kleines Dorf habe ich noch nie zuvor gesehen. Vielleicht 30 Menschen leben hier. Nur ein paar Häuser stehen verlassen da, drum herum nichts als grüne Wiesen mit in der Sonne weidenden Kühen. Die Stromleitungen sind wie im letzten Jahrhundert an maroden Holzmasten befestigt, und ich mache mir etwas Sorgen, dass sie beim nächsten Gewitter umstürzen und Feuer fangen könnten. Endlich steigen wir aus dem Auto. Nun kommt der Moment der ersten Begegnung mit Jeanine immer näher. Wie ist es, sie, die nicht einmal meine Muttersprache spricht, nach fünfjährigem Briefaustausch endlich kennenzulernen? Fotos habe ich bisher kaum gesehen. Langsam nähere ich mich der kleinen Gestalt, die vor der offenen Haustür im Vorgarten steht. Sie sieht aus wie eine typische Omi mit ihrem karierten Rock und den Pantoffeln im Blümchenmuster. „Éléna, enfin!“, ruft Jeanine, als sie mich sieht und umarmt mich, schon ist das Eis gebrochen.

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Helena Keller et Jeanine Lavialle en septembre 2014

Als wir im Esszimmer stehen, hält Jeanine kurz inne und fasst sich Den Rest des Beitrags lesen »


Europacamp in Otzenhausen

Samedi 10 octobre, j’ai assisté à un seminaire concernant les perspectives professionnelles pour des jeunes en Grande Région à L’Académie européenne Otzenhausen. Il y avait de jeunes participants des trois pays de la Grande Région, la plupart d’entre eux étant bilingue.

„Kotzendes Känguru!“ ruft Julia in den Kreis der Teilnehmer des Europacamps, welches an diesem sonnigen Herbstnachmittag an der Europäischen Akademie Otzenhausen in Nonnweiler stattfindet. Der Programmpunkt „Überraschung/Surprise“ wurde nach draußen verlegt: Bei dem lustigen Bewegungsspiel gibt es mehrere Figuren, wie beispielsweise das kotzende Känguru, welche von den Teilnehmern möglichst schnell nachgemacht werden müssen. Ausgelassen lachen die Schüler aus den fünf Teilen der Großregion, die Stimmung ist gut.

DSC_0891Photo: grrrrr

Doch es wird nicht nur gespielt beim Europacamp-Wochenende vom 10. bis 12. Oktober 2014. Den Rest des Beitrags lesen »